Milan Sladek wurde 1938
in der Slowakei geboren. Der Pantomime, Regisseur, Autor, Pädagoge
und Theaterleiter ist auch Maskenmacher, Zeichner und Maler: die
bildende Kunst zog ihn zuerst an, noch vor der darstellenden.
An der Kunstfachschule
in Bratislava, Abteilung Holzschnitzerei, legte er 1957 sein Abitur
ab. Doch schon während dieser Zeit stellte er am Studententheater
der Comenius-Universität in Bratislava seine ersten, autodidaktisch
erarbeiteten Solopantomimen vor. Bis 1960 studierte er an der Akademie
für Musische Künste in Bratislava, Abteilung Schauspiel, und am
Studio des Prager Theaters D34 unter der Leitung des berühmten avantgardistischen
Theatermannes und Nationalpreisträgers E.F.Burian (zu dessen Schülern
u. a. auch Jerzy Grotowski sich zählt).
1959 erhielt
Milan Sladek ein Engagement an Burians Theater. Zusammen mit Eduard
Zlabek, dem Solotänzer und Chefchoreographen des Theaters D34, gründete
er sein erstes Pantomimenensemble. Am 11. März l960 trat seine Figur
„Kefka" zum ersten Mal auf die Bühne.
Ein Jahr später
siedelte das Ensemble nach Bratislava über, wo es bald darauf (von
1962 bis 1964) fest an das Slowakische Nationaltheater engagiert
wurde. Für seine experimentelle künstlerische Arbeit wurde Milan
Sladek 1963 vom Prager Kultusminister ausgezeichnet.
Zugleich begannen
die Auslandstourneen, die Sladek und seine Ensembles bis heute in
über 50 Länder der Welt geführt haben; in Nancy und Istanbul erhielt
Milan Sladeks Inszenierung den l. Preis.
1968, erneut
ausgezeichnet, (anlässlich des 50jährigen Bestehens der Tschecho- slowakischen
Republik), übernahm Sladek die Leitung des Theaterstudios in Bratislava,
das drei Ensembles umfasste: Pantomime, Kabarett und Schauspiel.
Als eines der ersten wurde sein Pantomimentheater im Gefolge der
Ereignisse des 21. August 1968 geschlossen. Daraufhin folgte noch
im selben Jahr die Übersiedlung Milan Sladeks nach Schweden, von
wo er 1970 nach Köln zog. Weitere Tourneen ins Ausland folgten:
die Compagnie Sladek, inzwischen eines der international renommiertesten
Pantomimenensembles, eroberte sich zugleich (als häufiger Gast bei
den Kölner Städtischen Bühnen und anderen Theatern) in Köln sein
Publikum.
Am 28. Mai 1974
eröffnete Milan Sladek mit dem Theater Kefka das einzige festansässige
Pantomimentheater Westeuropas.
Insgesamt 45 eigene Inszenierungen
und unzählige Gastspiele aus aller Welt gingen über die Bühne dieses
Theaters, das sich rasch zu einem weit über die Grenzen Europas
hinauswirkenden Treffpunkt der Pantomimen entwickelte.
1976 fand, auf
Initiative Milan Sladeks, das l. Internationale Pantomimenfestival
„Gaukler" statt. Sein Erfolg war so überwältigend, dass es
bis 1987 jeden Herbst stattfand, veranstaltet vom Theater Kefka
und der Stadt Köln; unter vergleichbaren Treffen in Europa ist es
heute das traditions- und umfangreichste.
Von Oktober
1987 bis Oktober 1992 wirkte Milan Sladek als Professor an der Folkwang-Hochschule
in Essen. Von 1994 bis
2002 war Milan Sladek Direktor des THEATERS ARENA, des Internationalen
Instituts für Bewegungstheater in Bratislava. Im Herbst 1996 bis
2002 fand dort das 1. Internationale Pantomimenfestival KAUKLIAR
'96 statt.
Seit einigen
Jahren ist Köln wieder die Ausgangsbasis für Milan Sladeks Arbeit. ...................................................................................................................
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