Mozarts berühmte Oper als Grandguignole,
inszeniert von einem Pantomimen?
Frevelhafter Übergriff auf eine andere Theatergattung?
Der Pantomime drückt durch Gestik, Mimik, Körperhaltung
und Bewegung das innere Leben der dargestellten Person mit deren
Reichtum an Gedanken und Gefühlen aus. Nichts anderes tut der Puppenspieler,
wenn er eine Puppe zum Leben erweckt. Der Mime vollbringt es mit
seinem Koerper, der Puppenführer überträgt seine schauspielerischen
Fähigkeiten auf das scheinbar leblose Holz.
In dieser Inszenierung des Figaro werden die Puppen sichtbar geführt.
Sladek hat sich einerseits durch das italienische
Theater der COMMEDIA DELL’ARTE inspirieren lassen, dessen burlesk-groteske
Lebendigkeit sehr gut zu Mozarts Oper passt.
Die andere Wurzel liefert das japanische BUNRAKU-Theater, eine der
vielleicht vollkommensten Theaterformen der Bühnenhistorie, bei
der Puppen komplizierte psychische Vorgaenge in großartiger Form
vermitteln.
Die Weltpremiere fand in Ostasien statt, bereits im Jahre 1991 im koreanischen Nationaltheater von Seoul. Die europäische
Erstaufführung folgte wenig später, am 28. September des gleichen
Jahres im Slowakischen Nationaltheater zu Bratislava.
Seitdem hat dieser FIGARO als eine Synthese aus Musik, Literatur,
Tanz, Gesang, Puppenspiel, Maskerade und Pantomime auf vielen internationalen
Bühnen Publikum und Kritik begeistert. Spieldauer
ca. 170 min. incl. Pause