Das Ensemble Schola Gregoriana Pragensis wurde 1987
von David Eben gegründet. Die Arbeit des Ensembles
konzentriert sich einerseits auf die semiologische Interpretation des
gregorianischen Chorals anhand der ältesten neumatischen Quellen aus dem 9. –
11. Jahrhundert (Neumen = graphische Zeichen zur Notation des Gregorianischen Chorals), andererseits auf
die Aufführung gregorianischer Gesänge aus der eigenen böhmischen
Choraltradition einschließlich der frühen Mehrstimmigkeit.
Dank des intensiven
Studiums von mittelalterlichen Quellen erklingt in den Konzertprogrammen der Schola Gregoriana Pragensis auch eine ganze Reihe einzigartiger,
neu entdeckter Kompositionen aus dem 13. – 15. Jahrhundert.
David Ebens Fachwissen
basiert vor allem auf seinen Studien am Pariser Konservatorium im Fach „Dirigieren
des gregorianischen Chores“. Unter anderem war er in Paris auch Leiter des
berühmten
„Choeur
Grégorien de Paris“. Mit diesem Ensemble steht die Schola Gregoriana seit 1990
in engem Kontakt und Kooperation.
Neben der regen
Konzerttätigkeit in der Tschechischen Republik, konzertierte Schola
Gregoriana Pragensis in den letzten Jahren in Italien, Spanien, Frankreich,
Belgien, Niederlande, Deutschland, Schweiz, Österreich, Schweden, Slowakei,
Ungarn und Polen.
Die sehr intensive Aufnahme-Tätigkeit hat dazu beigetragen,
die Kunst des gregorianischen Gesangs wieder neu zu beleben und auch für das
breite Publikum populär zu machen. Die CD-Aufnahmen des Ensembles wurden mit
zahlreichen internationalen Preise ausgezeichnet, unter anderem mit „Choc du Monde de la Musique“, „10 de Répertoire“, „Goldene Harmonie“ und als „Beste tschechische Aufnahme des Jahres“.
Die Konzerte können durch folgende Aktivitäten ergänzt
werden:
--> Gesang beim Gottesdienst (Messe oder Vesper) --> Interpretations-Seminare --> Praktische Chorübungen --> Vorlesungen mit Beispielen, die von der
Schola gesungen werden z.B. über die
böhmische Choraltradition, die Geschichte des
Gregorianischen Chorals, usw.
Programmvorschläge:
Die
böhmischen Heiligen im himmlischen Jerusalem Offizien der Lokalheiligen
aus der eigenen böhmischen Choraltradition (vgl. die CD „Bohemorum
Sancti“)
„Rosa mystica“ – Marienverehrung in Böhmen im
Mittelalter Das karolingische „vieux
fonds“-Repertoire im Kontrast zur böhmischen Tradition der Mariengesänge des
späten Mittelalters (vgl. die CD „Rosa mystica“)
Das
liturgische Jahr im gregorianischen Choral
Das Programm geht von dem
gleichnamigen Zyklus (55 Sendungen) aus, der vom Tschechischen Rundfunk in den
Jahren 1995/96 ausgestrahlt wurde. Es bietet einen Gesamtüberblick über die
musikalische Vielfalt und den Reichtum des gregorianischen Gesangs im Rahmen
der einzelnen liturgischen Zeitabschnitte.
„Kodex Franus“
Das
Repertoire der böhmischen Utraquisten nach einer wichtigen Quelle
vom
Anfang des 16. Jahrhunderts.
„Antica e moderna“
Gregorianischer Choral und
die Suita Liturgica von Petr Eben für
einstimmigen Chorgesang und
Orgel.
Der
heilige Adalbertus und die Schutzpatrone der böhmischen Länder Das Programm
ist dem Millenium des hl. Adalbertus (Vojtech), Bischofs von Prag, gewidmet. Es
bringt vor allem das mittelalterliche Repertoire zur Ehre diese Heiligen nach
den ältesten Quellen aus verschiedenen Orten Europas (vgl. die CD „Anno Domini
997“)
„Media vita in morte sumus“
Fastenzeit-Meditationen Repertoire der Fasten- und
Passionszeit: Messproprium, Evangelium-Antiphonen, Lamentationen aus dem Buch
des Propheten Jeremias, usw.
„Passio Domini“ Passion im
gregorianischen Choral, kombiniert mit gregorianischen Responsorien und
Antiphonen der Karwoche (in der Art einer Bach-Passion).
Der
Gregorianische Choral von den Anfängen bis zur frühen Mehrstimmigkeit Kurze Übersicht über die Entwicklung des liturgischen
Gesanges, verbunden mit Kommentar
(auf Deutsch, Französisch oder Englisch)